Mindestlohn muss sein!

02/2015

Wer jetzt über den Mindestlohn schimpft hat überhaupt keine Ahnung, was es heißt, für unter 8,50 Euro brutto in der Stunde zu arbeiten und mit diesem Gehalt seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, geschweige denn, eine Familie zu ernähren. Da sie gegen dessen Einführung nichts machen konnten, übernehmen nun CSU und Teile der CDU trotzdem Argumente, zumeist von Industrieunternehmen und -verbänden, gegen den Mindestlohn wegen angeblicher zu hoher Bürokratie. Dabei füllte bereits in der Vergangenheit jeder halbwegs gut organisierte (Familien-) Betrieb einen Zeitnachweis beziehungsweise Stundenzettel von seinen Beschäftigten aus. Und schon vor 15 (!)
Jahren mussten für geringfügig Beschäftigte mit großem Aufwand Formularkriege mit Agentur für Arbeit, Minijob-Knappschaft, Sozialversicherung, Krankenversicherung, Gemeindeversicherung geführt werden – Monat für Monat. Personalien des Beschäftigten, Monat, Woche, Werktage, Anfang und Ende der Arbeitszeit, Anzahl der
Stunden, Art der Arbeiten, Höhe der Entlohnung – alles in mehrfacher Ausfertigung, gestempelt, von den Beteiligten unterschrieben.