„Versenkt“

02/2015

Fast täglich, jedenfalls bei jeder sich bietenden Gelegenheit, ergreift die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner das Wort, um die von der SPD-Landesregierung zu verantwortenden Missstände um den Nürburgring bis zur Landtagswahl in der Öffentlichkeit zu halten. Zugegebenermaßen hat die Landes-SPD unter Beck große Fehler gemacht. Jeder in der Region wusste, dass die wirtschaftlichen Prognosen ein Hirngespinst waren. Aber wo bleibt Frau Klöckners medienwirksame Entrüstung zu den Vorgängen um das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich? Per „Order di Mufti“ setzte sich die damalige CDU-Landesregierung unter Helmut Kohl (unter Missachtung des Atomgesetzes) über alle Bedenken hinweg und ermöglichte so den Bau eines AKW in einem von Erdbeben gefährdeten Gebiet. Mehr als 4 Milliarden Euro wurden im wahrsten Sinne des Wortes im Rheingraben versenkt. Die Sicherheit von zwei Millionen Menschen im und um das Neuwieder Becken wurde leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Am Nürburgring wurden wenigstens noch Werte geschaffen, für das AKW Mülheim-Kärlich zahlen noch unsere Kindeskinder. Allein der Abriss kostet jetzt etwa 720 Millionen Euro.
Leserbrief aus der Rheinzeitung