Feuerwehr und Familie vereinbaren

12/2015

Mal eben weg im Job, um einen Einsatz für die freiwillige Feuerwehr zu leisten? Die Zeiten haben sich geändert, nicht jeder Arbeitgeber zeigt sich kulant, gleichzeitig kämpfen die Feuerwehrvereine damit, junge Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Rot-Grün im Mainzer Landtag will die Bedingungen für die Feuerwehrleute und Katastrophenschützer verbessern. Ehrenamtliche, die älter als 63 Jahre sind, sollen an Einsätzen mitwirken dürfen, wenn sie körperlich dazu geeignet sind. Die Erlaubnis erteilt der Bürgermeister, das Land gewährleistet den Versicherungsschutz. Das Verfahren, um die geistige und körperliche Eignung ehrenamtlicher Feuerwehrleute zu überprüfen, soll geändert werden. Ziel: mehr Menschen je nach Fähigkeiten aufzunehmen. Mit Erlaubnis des Bürgermeisters dürfen auch geistige und körperlich beeinträchtigte Menschen eingesetzt werden. Wie Schweitzer sagte, werden künftig Doppelmitgliedschaften von Feuerwehrangehörigen am Wohn- und Arbeitsort zugelassen. Die Vereinbarkeit von Ehrenamt und Familie wird gestärkt: Feuerwehrleute können beantragen, dass bei Einsätzen anfallende Kosten für Kinderbetreuung oder Pflege erstattet werden. Sie dürfen überdies für ihre Ehepartner Ausgleichsansprüche geltend machen – wenn diese wegen einer Feuerwehrtätigkeit des Partners Urlaub nehmen müssen. Auch die Tatsache, dass viele Feuerwehrleute für Lehrgänge Urlaub nehmen, statt sich freistellen zu lassen, wurde bedacht. Künftig haben sie laut dem Gesetzentwurf bei der Gemeinde einen direkten Anspruch auf finanziellen Ausgleich. Schließlich das Thema Haftung: Ehrenamtliche Feuerwehrleute sollen künftig nur noch für „vorsätzliche Pflichtverletzungen“ haften.