„Schreiben nach Gehör“

03/2016

Eines der Wahlkampfthemen der CDU-Rheinland-Pfalz war die Kampagne gegen die Methode „Lesen durch Schreiben“ („Schreiben nach Gehör“) an einigen unserer Schulen. Dabei verwendete man unter anderem ein ziemlich primitives Plakat, welches auch einige Wochen den Schaukasten der Windesheimer CDU „zierte“. Dabei führte die CDU aber wahrheitswidrig eine Phan-tomdebatte. Sie tat so, als würden Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz nicht ordentlich schreiben lernen. Das wird der professionellen und engagierten Arbeit unserer Lehrerinnen und Lehrer nicht gerecht. Richtig ist: an allen Grundschulen ist normgerechtes Schreiben, d. h. Schreiben nach Rechtschreibregeln, das verbindliche Lernziel, im Einklang mit den Beschlüssen der Kultusministerkonferenz. „Schreiben nach Gehör" bedeutet, dass Kinder Wörter und Texte in der 1. und 2. Klasse zunächst mal so schreiben dürfen, wie sie es gehört haben. Das bezeichnet man als lautorientiertes Schreiben. Anders als die CDU behauptet, wird aber nur in 16 von 969 Grund¬schulen zunächst ausschließlich so gearbeitet. An den allermeisten Grundschulen steht das Schreiben nach Rechtschreibregeln von An¬fang an im Vordergrund. Deshalb kommt an 836 Grundschulen ab der 1. Klasse eine Fibel zum Einsatz. Gute Leistungen in Ländervergleichen und ein hervorragendes Ab¬schneiden rheinland-pfälzischer Schülerinnen und Schüler in bundes¬weiten Wettbewerben belegen die hohe Qualität unseres Bildungs¬systems.