„Niedergeschlagen“

03/2016

Der ehemalige Ortsbürgermeister von Julia Klöckners Heimatgemeinde Guldental, Alfons Lorsbach, war ebenfalls guter Dinge nach Mainz gereist. Dort saß er schließlich niedergeschlagen an einem Tisch, nachdem sich der Schock ein wenig gesetzt hatte. „Mit diesem Ergebnis habe ich bestimmt nicht gerechnet, nicht mit einem solch deutlichen Absturz“, sagte er. Auch für Lorsbach war klar, woran Klöckner gescheitert war: Im Wahlkampf hatte die Bundespolitik zu stark im Vordergrund gestanden. Dabei habe es ausreichend originär landespolitische Themen gegeben, die ein Versagen der SPD-Regierung deutlich zutage gefördert hätten. „25 Jahre Misswirtschaft der SPD – dass das keine Auswirkung hat ...“, rätselte der CDU-Mann. Eines habe Klöckner aber erreicht, was auch ein dauerhafter Erfolg sei: Immerhin sei die CDU im Land wieder geeint. „Klöckner war eindeutig die richtige Kandidatin. Das ist eines der bittersten Erlebnisse, die ich in der Politik machen musste“, sagte Lorsbach.
Oeffentlicher Anzeiger (Ost) vom Montag, 14. März 2016,