Nies will keine Parteigrenzen

04/2016

Wenn die über 2000 Mitglieder des SPD-Kreisverbandes dem Vorschlag des Vorstandes folgen, ihren Vorsitzenden Hans-Dirk Nies zum Kandidaten für die Nachfolge von Landrat Franz-Josef Diel (CDU) küren und die Bürger ihn dann auch noch wählen, steht für Nies jetzt schon fest: Die Herausforderungen des Landkreises, vor denen er als neuer Landrat steht, sind „nur über Parteigrenzen hinweg zu lösen. Das Parteitaktische muss in den Hintergrund“, betont der Kreisbeigeordnete. Das dürfte Auswirkungen auf die kommende Zusammensetzung der Kreisspitze haben. Wird Nies Landrat, muss der Kreistag einen neuen Kreisbeigeordneten wählen. Und anders als die CDU, die neben Diel mit Anna Roeren-Bergs eine schwarze Doppelspitze wollte und damit scheiterte, favorisiert Nies deshalb für den Fall seiner Wahl offen-bar eine Lösung, die keinen Parteifreund als seinen Beigeordneten vorsieht. Überdies: „Doppelspitzen sieht der Bürger nicht unbedingt als lobenswert.“ Nies will da auch nicht die Augen vor den Mehrheitsverhältnissen im Kreistag verschließen: Eine erneute Überraschung wie bei seiner Wiederwahl 2014, als die Koalition aus CDU, FWG und Grünen ihre eigene Kandidatin Roeren-Bergs trotz Mehrheit nicht durchbrachte, hält Nies für „nicht überwiegend realistisch“. Geht es nach Nies, wird der neue Landrat bereits Ende Oktober, Anfang November gewählt. Die Sozialdemokraten wollen offensichtlich noch den Schwung der überraschend gewonnenen Landtagswahlen nutzen. Zudem, sagt Nies, würde man den Wahlhelfern mit einem späteren Termin einen Wahlmarathon zumuten, da im Sommer 2017 schon die Bundestagswahlen anstehen. (Aus der Lokalpresse)