Schwerer Job

06/2016

Die bisher erfolglose Suche nach einem neuen Ortsbürgermeister oder einer Ortsbürgermeisterin in Mandel führte zu folgenden treffenden Zeitungskommentar:
„Ist es schon schwer, einen hauptamtlichen Posten zu besetzen, einen Ehrenamtlichen zu finden, ist noch beschwerlicher. Das Beispiel Mandel zeigt es. Dort soll ein Ortsbürgermeister gewählt werden, aber noch will niemand. Ich ziehe meinen Hut vor den Gemeindespitzen in großen wie in kleinen Dörfern und kann verstehen, wenn sich keiner um ein solches Amt reißt. Nehmen wir einmal alle, die damit ihr monatliches Salär, ihre Rente aufbessern – das sind nur einige wenige, denn der Zeiteinsatz ist weit größer, als es die Aufwandspauschale auszugleichen vermag – aus. Und meinen jetzt nur die, die aus purem Idealismus Tag für Tag in ihrem Dorf antreten. Egal, was sie tun: Es gibt immer einen, dem dies oder jenes nicht passt, der den nervigen Maulaffen verkörpert. Und so hat der, der was macht, am Ende auch noch einen miesen Ruf oder wird ständig von wechselnden (Meinungs-)Lagern attackiert. Ganz anders der, der nur mitschwimmt, sich nie engagiert: Der hat keinen Streit, muss sich keiner Angriffe erwehren, tut allen wohl und keinem weh und sonnt sich in den Vorzügen einer Gemeinschaft, die andere für ihn organisieren – und führt ein ruhiges Dasein, ruhiger jedenfalls als der Spitzenmann, die Spitzenfrau, die sich täglich abmühen. Das ist (anstrengend) gelebte Demokratie, ja, aber eben auch so ungerecht.“