Faktor Mensch

06/2016

Umweltverbände weisen seit langem darauf hin, dass neben dem Klimawandel auch andere, menschengemachte Faktoren die durch Hochwasser verursachten Schäden haben zunehmen lassen. Flussauen schützen auf natürliche Weise vor extremem Hochwasser, denn sie speichern große Mengen Wasser und geben es bei Trockenheit wieder ab. Allerdings sind hierzulande nicht einmal mehr 20 Prozent der Auen erhalten. Der Rest wurde im Lauf der Jahrzehnte bebaut. Bei Hochwasser stehen die dort gebauten Häuser unter Wasser. Um die Schifffahrt zu erleichtern, wurden viele Flüsse durch Begradigungen und Staustufen „schneller“ gemacht. Insgesamt sollen seit 1945 in Deutschland rund 40 000 Kilometer Bach- und Flussstrecken begradigt und betoniert worden sein. Dadurch hat die Fließgeschwindigkeit enorm zugenommen. Jeden Tag verschwinden in Deutschland 100 Hektar freie Landschaft unter Asphalt oder Beton – jede Stunde eine Fläche von fünf Fußballfeldern. Auch dies führt dazu, dass Wasser nicht versickern kann, sondern an der Oberfläche abfließt, und zwar schnell. Auf diese Weise gelangen Niederschläge viel schneller als früher über die Kanalisation in die Flüsse als wenn sie erst in das Grundwasser absickern.