Interview zum Weinlauf

09/2016

Mittlerweile ist der „Windesheimer Weinlauf" fester Bestandteil der örtlichen Kirmes. In diesem Jahr sollen am Sonntag, 4. September, erstmals auch Flüchtlinge mitlaufen. Die AZ sprach hierüber mit Thomas Kümpel vom Orga-Team der Veranstaltung. Herr Kümpel, wer hatte denn ursprünglich die Idee, einen Weinlauf auszurichten?
Als der Turnverein Windesheim sein 100-jähriges Bestehen feierte, waren die Turner unter anderem auf die Eltern der Kita- Kinder zugegangen und hatten angefragt, ob wir nicht mit einer kleinen Veranstaltung zum Jubiläum des TV beitragen könnten. Damals entstand bei einigen laufbegeisterten Eltern die Idee, einen Benefizlauf auszurichten, dessen Erlös übrigens damals auch dem Kindergarten zugutekam. Danach hatten wir einfach Lust, den Lauf weiter fortzuführen, der seitdem immer am Kir-messonntag stattfindet und die Kirmes wirklich belebt. Der Erlös kommt jedes Jahr einem örtlichen Verein zugute, hauptsächlich für dessen Nachwuchsförderung.
Wie ist denn die Resonanz auf das Ereignis?
Sehr gut. Die Teilnehmerzahlen sind im Laufe der Jahre von rund 80 kontinuierlich auf 125 Läufer im letzten Jahr gestiegen. Darunter waren auch rund 20 Kinder, die in einem eigenen Rennen 1,25 Kilometer durch den Ortskern laufen. Erwachsene laufen wahlweise fünf oder 10 Kilometer. Auch Walking, Nordic Walking oder Wandern ist natürlich möglich.
In diesem Jahr sollen erstmals auch Flüchtlinge mitlaufen. Was bezwecken sie mit Ihrer Initiative?
Ja, Fritz Hegemann von unserem Orga-Team hat dafür die entsprechenden Kontakte zu Flüchtlingshelfern in der Verbandsgemeinde und hier vor Ort in der Flüchtlingsunterkunft geknüpft. Eine Teilnahme von Flüchtlingen haben wir allerdings auf die VG beschränkt. Wir wollten einfach ein Zeichen für die Integration setzen. Die Flüchtlinge sollen die Lebensweise der Menschen hier im Land näher kennenlernen und dazu bietet der Weinlauf oder ähnliche Veranstaltungen eine gute Gelegenheit. Die Flüchtlinge können teilnehmen wie jeder andere Läufer auch, müssen dafür aber kein Startgeld bezahlen. Uns war es wichtig, die Menschen in das Leben vor Ort einzubeziehen. Es ist doch nicht sinnvoll, dass diese meistens ohne Kontakt zu Einheimischen in der Flüchtlingsunterkunft bleiben und nichts mitbekommen, sondern einfach mal rauskommen und hier am Leben aktiv teilnehmen.
Das Interview führte Jens Fink.