Umweltpolitisch auf dem richtigen Gleis

10/2016

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Bad Kreuznach widersprechen in einer Pressemitteilung der Forderung des „Bundes der Steuerzahler“, die Reaktivierung der Hunsrückbahn als angeblichen Unsinn zu beerdigen. Diesem sei wohl völlig entgangen, dass es seit Jahren längst nicht mehr nur um eine schnelle Verbindung zwischen den Flugplätzen Hahn und Frankfurt gehe, sondern um eine für die Menschen in den Kreisen Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück notwendige Infrastrukturmaßnahme. Die Kommunalpolitiker, gerade im Hunsrück, sähen in ihr auch ein Mittel gegen die Landflucht, könnte sie doch Tausenden auf dem Weg zu ihrer Arbeit im Rhein-Main-Gebiet eine Alternative bieten zu den alltäglichen Staus in den Stoßzeiten oder dem Umzug ins Ballungsgebiet. Wenn diese Organisation von Mittelständlern und Freiberuflern, die sich nach außen gerne als Anwalt aller Steuerzahler darstelle, nun davon spräche, dass man mit dem Bus vom Hahn aus 20 Minuten schneller in Mainz sei, als später mal mit der Bahn, dann möge das nachts zutreffen. Die Erfahrung jener, die alltäglich mit dem Auto zur Arbeit müssen, sei aber eine andere. Es komme hinzu, dass die EU gerade erst ein Klimaabkommen mit ambitionierten Zielen zur Verhinderung einer ungebremsten Erderwärmung unterzeichnet habe. Ohne eine Verlagerung größerer Teile des Berufsverkehrs auf die Schiene seien die Ziele kaum erreich-bar. Dass andere reaktivierte Bahnstrecken wie zum Beispiel jene von Alzey und Kirchheim-Bolanden gut angenommen würden, zeige nach Überzeugung der Gewerkschafter, dass man mit der Wiederinbetriebnahme der Hunsrückbahn auch struktur- und umweltpolitisch auf dem richtigen Gleis sei.