zum CDU-Parteitag

11/2016

Das war ein deutlicher Dämpfer für Julia Klöckner: Die 43-Jährige erhielt bei ihrer Wiederwahl 88 Prozent der Stimmen. Bedenkt man, dass zehn ungültige Stimmen laut Satzung nicht eingerechnet wurden und 80 Delegierte erst gar nicht auf dem Parteitag erschienen, fällt die Zustimmung noch geringer aus. Doch die Par-tei hat Julia Klöckner eine zweite Chance gegeben. In dem Ergebnis dürfte ein bisschen Frust über die verlorene Landtagswahl enthalten sein, auch Verärgerung über die Mauss-Affäre. Doch in der kleinen Watsche für die Parteiführung steckt womöglich auch der Wunsch zu größerer innerparteilicher Diskussion und stärkerer Kommunikation. Die CDU macht nicht den Eindruck einer lebendigen Partei, die mit ihrer Basis kommuniziert. Eine wirkliche Aussprache zu den Frustpunkten gab es in Wittlich nicht. Einen sehenswerten Auftritt legte der Rhein-Hunsrücker Landrat Marlon Bröhr hin. Er kandidierte für einen Beisitzerposten, war aber von seinem CDU-Bezirk nicht dafür empfohlen worden. Bröhr kritisierte „Postengeschacher“ und fordert, die Parteiführung müsse sich für die besten Köpfe öffnen und vom regionalen Proporz lösen. Doch die innerparteilichen Gegner waren zu mächtig, Bröhr wurde abgestraft. Schade eigentlich.
Aus der Tageszeitung