Raiffeisen macht zu

12/2016

Das Raiffeisenwarenlager in Windesheim wird zum Jahresende geschlossen. Dazu ist ist folgendes zu sagen: „Mit ihrer regionalen Präsenz und ihren festen Wurzeln im traditionellen Kerngebiet verbindet die RWZ Genossenschaftsmitglieder, Geschäftspartner, Kunden und Mitarbeiter. Die RWZ unterstützt als kompetenter Partner diese Menschen bei der Umsetzung ihrer Ziele. Die RWZ ist insbesondere dort tätig, wo sie kompetent ist und wo ihre vielfältigen Leistungen überzeugen. Auf der Basis von Vertrauen und Solidität liegt der Fokus auf langfristigen, partnerschaftlichen Beziehungen.“Diese hehren Worte aus dem Geschäftsbericht 2015 der RWZ Rhein-Main eG klingen für uns in Windesheim und Umgebung sowie in Wallhausen angesichts der für das Jahresende 2016 angekündigten Schließungen der beiden Raiffeisenmärkte wie blanker Hohn. Denn tatsächlich bedeuten diese Schließungen, dass die Firma sich nicht anders verhält als irgendein beliebiger Großkonzern, bei dem die Gewinnmaximierung alles und die Bedürfnissen der Menschen so gut wie nichts zählen. Dieses Geschäftsgebaren wird dann sogar noch unverständlicher, wenn man weiß, dass im Aufsichtsrat und vor allem im Beirat des Unternehmens viele hochrangige Vertreter aus der Landwirtschaft, auch aus Rheinland-Pfalz, sitzen. Auch steht diese Vorgehensweise im krassen Gegensatz zu den Gründen, weshalb die Raiffeisen-Bewegung gerade erst in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Die Unesco begründet diese Wahl unter anderem damit, dass die Genossenschaft eine allen offen stehende Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation sei, ein Modell der kooperativen Selbsthilfe und Selbstverantwortung. Das Konzept fördere die soziale, kulturelle und ökonomische Partizipation, indem Mitglieder durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen auch zu Miteigentümern würden.