Fair bleiben

12/2016

Zur Wiederinbetriebnahme der Hunsrückbahn kann es unterschiedliche Auffassungen geben. Während man in Stromberg dem eher positiv gegenüber steht, melden eine Reihe von Bürgern im unteren Guldenbachtal Widerstand dagegen an. Bei aller unterschiedlicher Meinung sollte man aber nicht einseitig argumentieren. So scheint sich ein Windesheimer Leserbriefschreiber lärmmäßig eher an prognostizierten maximalen 40 Zugbewegungen auf der etwa 260 Meter von seinem Anwesen entfernten Bahnstrecke zu stören, aber nicht von dem fortwährenden LKW- und PKW-Verkehr auf der für ihn um 100 Meter näheren Umgehungsstraße. Den starken und oft zähfließenden Verkehr auf der A60 bis Mainz und auf der A61, für den man die Hunsrückbahn aus Stromberger Sicht als Entlastung ansieht, führt er auf den Umbau der Schiersteiner Brücke und den Bau der Mainzelbahn zurück, obwohl es da auch schon früher Verkehrsbehinderungen gab und weiter geben wird. Bei seiner weiteren Behauptung, die Bahn sei schon vor 20 Jahren „nicht gebraucht worden“, ist ihm zwar zugute zu halten, dass er erst kurz vor der endgültigen Stilllegung des Personenverkehrs der Bahn zwischen Simmern und Langenlonsheim nach Windesheim gekommen ist. Hätte er aber nachgefragt, hätte man ihm gesagt, dass die Bahn wegen des Wegfalls der meisten Verbindungen tatsächlich viel weniger attraktiv geworden war, trotzdem aber auch noch genutzt wurde. Vorher, als die Züge noch von morgens bis abends in beide Richtungen fuhren, waren sie immer gut ausgelastet. So kam man von Windesheim mit oft nur einem Umsteigen zügig und stressfrei ins Rhein-Main-Gebiet. Das nutzten viele, obwohl man zu jener Zeit auch im Berufsverkehr nur rund 25 Minuten mit dem Auto von Windesheim nach Mainz brauchte. Die jetzigen Pläne beinhalten entgegen der Darstellung des Leserbriefschreibers gerade regelmäßige Halte in Windesheim.