Aufschluss

12/2016

Egal, ob Kreistag, VG-Rat oder städtische und gemeindliche Gremien: Meist tagen die Politiker unter Ausschluss der nicht mit einem Mandat gesegneten Steuerzahler, sprich: der Wähler, auch wenn die Tagesordnung öffentlich ist (sogar dann, wenn ein VG-Rat wie in BME zum letzten Mal tagt). Und das ist sie meistens, seit im Land eine neue Regelung gilt, die nicht öffentliche Zusammenkünfte nahezu untersagt. Warum kommt der „Normalo“ nicht, warum interessiert ihn nicht, was da in seinem Namen und für ihn beredet und beschlossen wird? Denn wenn es ihm nicht gefällt, reißt er ja auch die Klappe auf, so nach dem Motto: „Die Blödiane und -innen, hätten die nur mal mich gefragt, bevor sie so einen Mist beschließen.“ Das Desinteresse an den Gremien kann mehrere Ursachen haben: 1. Wofür habe ich die denn gewählt, die sollen ihre Arbeit machen. 2. Da traue ich mich nicht hin. 3. Was soll ich denn da, ich habe ganz andere (Lebens-)Probleme als mir irgendein Parteizeugs anzuhören. 4. Ich erfahre schon früh genug, wenn es mich betrifft ... 5. Die machen das schon, die brauchen mich nicht. Nehmen wir einfach an, dass Punkt 5 den Kern trifft: Das wird alle jene freuen, die sich für ihre Stadt, ihr Dorf schon manchen Abend, gar manches Wochenende um die Ohren geschlagen haben.
Aus der Lokalzeitung