„Der Beschluss ist ein Fehler“

03/2017

Als ehemaliger, langjährig politisch aktiver Bürger der Gemeinde Windesheim bedaure ich den Beschluss des Gemeinderats zur kommunalen Verwaltungsreform. Sicher ist es zunächst Sache der Verbandsgemeinde Stromberg, mit ihren Nachbarn über eine Fusion zu verhandeln. Wo liegt das Interesse der bei allen früheren Reformen benachteiligten Gemeinde Windesheim? Vor 80 Jahren hat das Amt Windesheim seine Selbstständigkeit verloren. Die Gemeinden wurden auf die Ämter Langenlonsheim, Stromberg und Wallhausen aufgeteilt. Bei der Reform der 60er-Jahre wurde Stromberg zulasten Langenlonsheims gestärkt. Wird jetzt Stromberg mit Rheinböllen oder Bingen-Land einig, bedeutet das in der Konsequenz, dass die Grenze zum Rhein-Hunsrück-Kreis oder zu Mainz-Bingen bis an den Langenlonsheimer Wald und auf wenige Hundert Meter an die Ortslage Windesheim heranreichen würde. Das kann weder im Interesse Windesheims noch des Kreises Bad Kreuznach sein. Die Verbandsgemeinde Langenlonsheim ist von der Einwohnerzahl her im Augenblick sicher nicht betroffen. Wie sieht es aber langfristig aus? Sie liegt zwischen zwei Zentren mit starker Ausstrahlung, Bad Kreuznach und Bingen. Es gibt in Bretzenheim Bürger, die für eine Eingemeindung in die Stadt Bad Kreuznach sind. In Rümmelsheim und Dorsheim weinen viele noch heute der ehemaligen Zugehörigkeit zu Bingen hinterher. Die Flächen für eine weitere gewerbliche Entwicklung sind knapp geworden. Im Raum Windesheim-Waldlaubersheim-Schweppenhausen bieten sich optimale Lagen mit Autobahnanschluss an. Ein Zusammenschluss mit Stromberg würde eine neue Verbandsgemeinde Guldenbachtal so verstärken, dass sie kommunalpolitisch nicht zwischen Bad Kreuznach und Bingen zerquetscht werden kann. Daher ist mir auch die Position des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde nicht verständlich. Ein aktiver, bürgernaher Bürgermeister braucht nach meiner Erfahrung die Neuwahl in einer größeren Gemeinde nicht zu fürchten. Man kann in Verhandlungen nur offen für das Ergebnis gehen. Jeder hat Interessen zu vertreten. Finanzfragen sind immer schwierig zu lösen. Es muss geklärt werden, wie viel das Land dabei hilft. Sicher ist, dass größere Einheiten kostengünstiger verwaltet werden können. Im Interesse der Bürger der VG Langenlonsheim sollte offen zum Ergebnis verhandelt werden. Der Beschluss des Gemeinderats Windesheim, der jede Verhandlung ablehnt, ist gegen die Interessen der Gemeinde. Er ist ein Fehler.
Wolfgang Schumann , Bad Kreuznach