Die Frage

03/2017

Einfach mal der Ablauf: Hans-Dirk Nies (SPD) springt für den kranken Landrat Franz-Josef Diel (CDU) ein, muss aus dem Stand dessen Thema Breitbandausbau übernehmen. Der Kreistag beschließt auf Vorschlag von Bettina Dickes (CDU), 1,5 Millionen Euro des 15 Millionen Euro-Ausbaus zu bezahlen, Nies soll bis zur nächsten Sitzung eine Finanzierung vorlegen. Nies gibt den Auftrag an Kämmerer Markus Schlosser (CDU). Am Freitag kann die Kreisverwaltung noch nicht sagen, ob Breitband wie vorgesehen am Mittwoch im Kreistag besprochen wird – Schlosser hatte sich krank gemeldet. Am Montag setzt die Kreisverwaltung den Tagesordnungspunkt offiziell ab, weil Schlosser immer noch krank und deshalb kein Konzept da ist. Am Tag der Kreistagsitzung erfährt der bereits seit Tagen urlaubende Nies erst gegen Mittag, dass Diel trotz Krankheit einen Teil der Sitzung leiten will, er den Landrat da-nach aber vertreten – und dafür seinen Urlaub unterbrechen – muss. Als Nies zum abgemachten Zeitpunkt im Sitzungssaal eintrifft, hört er staunend, dass in seiner Abwesenheit das von ihm beackerte und Tage zuvor offiziell abgesetzte Breitband doch Thema war – in einer „persönlichen Erklärung“ des Landrates. Markus Lüttger (CDU) schimpfte zuvor Nies’ bisherige Arbeit, immer noch in Abwesenheit des Beigeordneten, eine „Fünfvorzwölfaktion“. Mit im Saal: der mittlerweile wieder gesundete Kreiskämmerer Schlosser. Und nun kann sich jeder ein Bild machen: War das ein ausgeklügelter CDU-Komplott gegen Nies, Motto: Der kann nicht Landrat? Oder einfach nur geballte Schusseligkeit im Kreishaus?