Grünabfälle haben im Wald nichts verloren

03/2017

Alle Jahre wieder droht dem Wald Gefahr von unerwarteter Stelle: Hobbygärtner türmen Berge von Zweigen, Strünken, Blättern und Rasenschnitt am Waldrand, an Wegen und Wanderparkplätzen. „Das verrottet“, denken viele. Doch mit den Grünabfällen landen mehr Nährstoffe im Wald als dort hingehören, das Gleichgewicht gerät durcheinander, warnt Ralph Barme vom Forstamt Soonwald. Als Folge vermehren sich Stickstoff liebende Pflanzen wie Brennnessel und Brombeersträucher und verdrängen Veilchen, Wald- und Wiesenblumen. Für Wildschweine seien die Grünabfälle ein sehr willkommenes Fastfood: „Da ist der Weg in den nächsten Garten dann nicht mehr weit“, gibt der Forstmann zu bedenken. Auch würden Samen von Riesenbärenklau oder Indischem Springkraut in den Wald verschleppt, wo sie zum Riesenproblem werden. Daher drohen Grünschnittsündern hohe Bußgelder. Waldbesitzer und Förster appellieren, die vom Abfallwirtschaftsbetrieb angebotenen Entsorgungswege einzuhalten.