CDU klärt nicht auf

04/2017

Die CDU hat am Ende in der Spendenaffäre um den Ex-Agenten Werner Mauss die Entscheidung der Bundestagsverwaltung akzeptiert und zahlt die ihr auferlegte Strafe. Aufgearbeitet ist die Affäre damit aber nicht. Denn nach wie vor ist rätselhaft, warum Ex-Agent Mauss über Jahrzehnte hinweg einen warmen Geldregen vornehmlich auf die CDU im Kreis Cochem-Zell niedergehen ließ. Mauss wohnt dort. Aber was erhoffte er sich von den üppigen Spenden, die er verdeckt überweisen ließ? Und welchen Sinn soll es gemacht haben, als gänzlich anonymer Gönner zu agieren? Und, wer in der CDU wusste, wer sich wirklich hinter dem anwaltlichen Mittelsmann verbarg? Es ist nach wie vor höchst unwahrscheinlich, dass die gesamte CDU ahnungslos war. Natürlich hat Mauss sein Spiel gespielt, und natürlich hat sein Vertrauensanwalt nachweislich falsch gehandelt. Aber wenn Mauss nicht als stiller Samariter agierte, ließ er die CDU – über welchen Kanal auch immer – wissen, woher die vielen Spenden stammten.
Aus der Rheinzeitung