Zum Fusionsboykott der VG Langenlonsheim

04/2017

Der Langenlonsheimer Verbandsgemeindebürgermeister Michael Cyfka sollte sich nicht zum Kanonenfutter seiner Partei in der Auseinandersetzung gegen die SPD-geführte Landesregierung machen lassen. Ich habe viele gute Argumente dazu gehört, dass die jetzige Reform der Verbandsgemeinden unnötig sei. Aber die Rheinland-Pfälzer haben nun einmal so gewählt, wie sie gewählt haben: Nämlich eine SPD-geführte Landesregierung mit ebendiesem Reformwillen und der gleichfalls festen Überzeugung, dass Zusammenlegungen sinnvoll sind. So funktioniert Demokratie. Und natürlich ist es an der Opposition, sprich Aufgabe der CDU, aufzuzeigen, wenn die Regierung Fehler macht. Aber das müssen andere tun als der Langenlonsheimer Verbandsgemeindebürgermeister, am besten doch die, die ihre Diäten erhöht haben, weil sie mehr verdienen wollen als ein Verbandsgemeindebürgermeister. Als Verbandsgemeindebürgermeister ist Michael Cyfka nicht nur seiner Partei verpflichtet, sondern seinem Amt und seinen Bürgern. Wenn ihn die Landesregierung dazu zwingt, in Zukunft für die Stromberger Gemeinden mit zuständig zu sein, dann hätte er mit Sturheit gar nichts gewonnen. Außerdem: Wie steht er eigentlich vor seinen unwillkommenen (Neu-)Bürgern da? Mit Verhandlungen winkt der dann neuen Verbandsgemeinde wenigstens noch eine Hochzeitsprämie für die ungeliebte Braut. Die Verbandsgemeinde Rüdesheim hat übrigens von der Aufnahme der fünf neuen Gemeinden profitiert. Michael Cyfka sollte tatsächlich den Rat von Markus Lüttger suchen. Der ist in derselben Partei wie Cyfka und daher absolut unverdächtig.

Kommentar von Bernadette Schier in der Kreuznacher Rundschau