Unsinnige Vorwürfe Teil 2

04/2017

Martin Schulz ist der schlechteste Mensch der Welt. So ungefähr lauten die Angriffe seiner Gegner in Politik und Presse. Doch gerade die beliebtesten Vorwürfe sind an den Haaren herbeigezogen.
Top 2 der absurdesten Vorwürfe:Schulz ist Populist!
Christian Wohlrabe bloggt, Schulz sei „ein Lehrstück in Sachen Populismus”. Denn: “Kein ernst zu nehmender Politiker hatte Schulz je wegen seines fehlenden Abiturs oder seiner Alkoholkrankheit angegriffen, was ihn jedoch nicht davon abhielt, das in seiner Rede zu suggerieren.” (stimmt, die hielten sich vornehm zurück – andere, wie Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart, befanden indes, ein trockener Alkoholiker ohne Abitur dürfe niemals Kanzler werden!). Auch Henryk M. Broder schreibt in der Welt, Schulz sei “ein lupenreiner Populist”. Bei der Deutschen Welle meint Journalist Gero Schließ, Schulz mache “Populismus salonfähig”. Der stern findet immerhin, er sei ein “netter Populist”. RT Deutsch, der deutsche Ableger der “Russia Today”, hält Schulz ebenfalls für einen Populisten. Die Kritiker hätten lieber mal das Buch „Was ist Populismus?“ lesen sollen. Dann hätten sie gewusst: Populisten zeichnen sich dadurch aus, dass sie „wahres Volk“, ein „moralisch reines, homogenes Volk“ konstruieren, zu dem „der Andere" wie Eliten oder Menschen mit anderer Hautfarbe, Nation oder Religion nicht gehören. Schulz aber gehört wahrlich nicht zu einer solchen Sorte Politiker, wie übrigens die BBC klar erkennt. Wenn die Kritiker mäkeln: “Schulz ist ein Populist!”, dann meinen sie in Wahrheit: “Schulz kämpft für die kleinen Leute!”