Windenergie ohne Förderung

04/2017

Technischer Fortschritt und intensiver Wettbewerb machen Strom aus Offshore-Windparks künftig günstiger. Die erste Ausschreibung für Windparks vor den deutschen Küsten hat größere Einsparungen erbracht als zuvor erwartet. Den Zuschlag erhielten vier Windparks in der Nordsee mit einer Gesamtkapazität von 1490 Megawatt. Sie erhalten im Durchschnitt eine Förderung aus dem EEG-Gesetz von 0,44 Cent je Kilowattstunde. Die vier erfolgreichen Projekte erhalten eine Förderung zwischen 0,00 und 6,00 Cent je Kilowattstunde. Null Cent bedeutet: Die Betreiber erwarten, dass sie die Windparks in der Nordsee komplett ohne öffentliche Förderung betreiben und sich aus dem Marktpreis für Strom finanzieren können. Damit wäre die Offshore-Windenergie komplett wettbewerbsfähig. Da reibt sich der Stromkunde verwundert die Augen: Jahrelang ist ihm erklärt worden, dass sich erneuerbare Energien nicht im Spiel der Marktkräfte durchsetzen könnten und deshalb eine massive Förderung nötig sei. Mittlerweile macht die EEG-Umlage ein Viertel des Strompreises aus. Und nun das: Im Schnitt weniger als einen halben Cent je Kilowattstunde an Förderung verlangen die bei einer Ausschreibung für einen Windpark in der Nordsee zum Zuge gekommenen Anbieter. Der Energiekonzern EnBW verzichtet sogar ganz auf eine Förderung.