Direktwahlen

04/2017

Das Ergebnis der Stichwahl zur Landratswahl gibt zu folgenden Überlegungen Anlass. Früher wurde das Amt eines Landrates in Rheinland-Pfalz Normalerweise wird in Verwaltungsbehörden die Leitung durch die vorgesetzte Stelle bestimmt. Dann führte man auch hier die Direktwahl ein in der Hoffnung, dass möglichst viele Wähler die Möglichkeit bekommen, persönlich die Besetzung des Amtes zu entscheiden. Doch die Realität sieht anderes aus. Und das auch bei der Landratswahl 2017. Denn fast 2/3 aller Wahlberechtigten haben kein Interesse daran gehabt, mitzubestimmen, wer das Landratsamt neu besetzt. Hier stellt sich dann doch tatsächlich die Frage nach dem Sinn solcher Direktwahlen auf Kreisebene. Rechnet man das nämlich um, haben für die Siegerin Dickes nur etwas mehr als 20%, für den Unterlegenen Nies nur etwa 12% aller möglichen Wähler ihre Stimme abgegeben. Wenn es zwar wohl nicht mehr möglich ist, Direktwahlen zum Landrat wieder abzuschaffen, sollte man aber vielleicht eine Mindestwahlbeteiligung einführen, damit sich bei einer geringen Beteiligung an einer Wahl keine unrepräsentativen Mehrheiten bilden.