AfD: Hetzte Haufe gegen Muslime?

04/2017

Der AfD-Landesparteitag von Anfang März hat für den damals noch in Bad Kreuznach tätigen Kriminalhauptkommissar Lutz Haufe (55) ein juristisches Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Haufe kandidierte beim Parteitag in Bingen, bei dem für viele Redner Ausländer und Muslime der Feind waren, erfolglos für einen vorderen Platz auf der Landesliste für den Bundestag. Mit einer aggressiven Rede stellte er sich als Kriminalhauptkommissar aus Bad Kreuznach vor, flocht ein, dass er innere Sicherheit studiert habe und aus der täglichen Fahndungsarbeit wisse, von welchen Problemen er rede. Dabei behauptete er am Pult: „Die Lüge ist beim Moslem an der Tagesordnung. Er hat das Recht, einen Ungläubigen anzulügen.“ Das herabwürdigende Urteil über Menschen muslimischen Glaubens gefiel dem klatschenden AfD-Publikum, ließ aber auch die Staatsanwaltschaft Mainz aufhorchen, wie sie unserer Zeitung bestätigte. Sie leitete ein Ermittlungsverfahren ein, das noch läuft. Dem Vernehmen nach löste die Rede auch einigen Unmut im für Bad Kreuznach zuständigen Polizeipräsidium Mainz aus. Aber das will sich im laufenden Verfahren und denkbaren Disziplinarverfahren nicht äußern und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten. Haufe wurde zwischenzeitlich offensichtlich ins Mainzer Präsidium versetzt, wo er auch telefonisch erreichbar war. Äußern wollte er sich auf Nachfrage zu seinem Fall aber nicht.
Aus der Lokalpresse