Neue Gebühr sorgt für Ärger im Schwimmbad

05/2017

Eine Gebühreneinführung treibt die Stammgäste im Schwimmbad in Langenlonsheim um. Zwischen 30 und 50 Euro kostet dort seit diesem Jahr die Nutzung eines Spinds für eine Saison. Die Spinde hatten den Schwimmern noch im vergangenen Jahr zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung gestanden, lediglich ein Schloss mussten sie selbst mitbringen. Die Einführung der Gebühr sorgt nun für Verärgerung. Als Sprachrohr der Schwimmer bringt der Langenlonsheimer Wolfgang Pies den Unmut zum Ausdruck. Mit einem offenen Brief hat er sich der+an Elke Stern, die Erste Beigeordnete des Langenlonsheimer Verbandsgemeinderats, gewandt. Stern war die Initiatorin der Gebührenerhöhung. Nach der Meinung von Pies sei der Beschluss des Verbandsgemeinderats unverhältnismäßig, gleich 50 Euro an Gebühren für einen großen Spind auszurufen (ein kleinerer kostet 30 Euro): „Man muss an dieses Thema mit Augenmaß und Kenntnis der Gegebenheiten herangehen.“ Pies erinnert in diesem Zusammenhang an eine Erhöhung der Preise für Saison-Familienkarten um knapp 41 Prozent im vergangenen Jahr – von 83 auf 117 Euro im Vorverkaufspreis. „Jetzt 50 Euro für einen Spind. Macht 167 Euro. Eine weitere Steigerung der Kosten um 43 Prozent“, rechnet er vor – und legt voller Ironie nach: „Haben Sie schon Pläne für 2018? Wie wäre es mit gebührenpflichtigen Parkplätzen?“ Dass die meisten Schwimmer nicht bereit seien, für den bisher kostenfreien Dauerspind nun bis zu 50 Euro pro Saison zu bezahlen, lasse sich laut Pies an den Zahlen festmachen. „Von 105 Spinden sind grade mal neun vermietet“, habe er erfahren. Sollte die Verbandsgemeinde auf Mehreinnahmen gehofft haben, sei diese Aussicht ins Gegenteil gekehrt, denn: „Die Stimmung bei den Schwimmern ist schlecht. Viele überlegen, ob sie im nächsten Jahr wieder eine Saisonkarte kaufen sollen.“ Jetzt rudern Stern und Bürgermeister Cyfka „zurück“. „Es wäre vielleicht klüger gewesen, die Maßnahme zwar jetzt schon zu beschließen, aber erst für das Jahr 2018“, räumt Cyfka ein. In der nächsten Finanzausschusssitzung am 29. Mai will er die Sache erneut zum Thema machen und „einen Kompromiss finden“. Und die Erste Beigeordnete Stern steht weiterhin zu der Maßnahme, räumt aber auch ein: „Über die Preise kann man natürlich streiten.“