Das Mensadesaster und der Landrat

05/2017


Sehr kritisch hat sich die Allgemeine Zeitung wegen der Neuvergabe der Mensa im Gymnasium Röka auseinander gesetzt:
Die Arroganz
Nein, Jugendlichen und Jung-Unternehmern müssen diese Kreisverwaltung und dieser Kreistag nicht mehr kommen. Die Schüler des Röka wissen nun, dass sie beim Projekt Lafer-Mensa nicht mehr waren als Staffage für publicity-gierige Politiker. Unglaublich, wie der Kreistag in dieser Woche die volle Arroganz der Macht spüren ließ. Hanebüchen die Argumente, warum es mit der Mensa so weit kommen musste – vor allem die Angst vor rechtlichen Konsequenzen und der ADD ist nur peinlich: Seit wann pflegt dieser Kreistag, der sich so ger-ne als Souverän feiert, vorauseilenden Gehorsam gegenüber der ADD ? Und wie viele Ge-richtsverfahren hat diese Kreisverwaltung gefochten in Fragen, die ihnen wichtig waren? Es gäbe noch viel zu sagen zu diesem Thema, das sich zum Desaster für die Außendarstellung dieses Landkreises entwickelt hat. Eigentlich reicht aber der entlarvende Spruch von Landrat Franz-Josef Diel, man habe diese einzigartige Mensa, dieses Leuchtturmprojekt, halt nur als Geschäft der laufenden Verwaltung gesehen. Vielleicht hätte Diel mal nachlesen sollen im Leitbild seiner Verwaltung , das er 2013 so großartig feiern ließ.
Staunen
Staunen lässt ja auch, dass dieses Desaster seinen Anfang im Bauamt nahm – also in der Ver-antwortung von Hans-Gottfried Bergs , dem doch sonst so viel Feinsinn nachgesagt wird. Nun, den darf er für ein weiteres Jahr im Kreishaus ausleben, denn der Kreistag hat nichtöf-fentlich – weil Personalangelegenheit – Bergs Vertrag um ein Jahr verlängert. Mit, wie zu hö-ren ist, achtprozentigem Aufschlag auf seine Vergütung.
Öffentlich
Apropos Personalangelegenheit. Am 23. Juni wird Franz-Josef Diel in Waldböckelheim als Landrat verabschiedet, und Bettina Dickes tritt seine Nachfolge an. Streng genommen ja auch eine Personalangelegenheit . Aber natürlich öffentlich, weil man sich ja in den Medien feiern lassen will.
Ganz warm
Nun mal zusammengezählt: Mensa-Desaster. Marode Kreishäuser. Breitband zäh wie Gummi. Ein seit etlichen Monaten kaputtes Dach in der BBS-Turnhalle. Eine falsche Abschiebung und eine umstrittene. 250 Millionen Euro Schulden. Ungewisse Zukunft der Naheland-Touristik. Liebe Frau Dickes , ziehen Sie sich warm an!
Nach unten
Und wenn wir beim Tourismus sind: Die Nahe hat gegenüber dem Vorjahr zehn Prozent we-niger Gäste und fünf Prozent weniger Übernachtungen . Schlimmer sieht’s nur noch an Mosel und Saar aus. Da wäre jetzt ein Nationalpark Bad Kreuznach hilfreich ...