Es gibt keine Protestwähler.

10/2017

Es gibt keine Protestwähler. Es gibt nur Dummbeutel. Wer eine Partei wählt, die offen zu Menschenhass aufruft und die Mörder in Wehrmachtsunifom zu ehren, der ist entweder nazistisch oder bescheuert – oder halt beides. Und dem darf man nicht krokodilisch hinterherheulen. Ist er geläutert, kehrt er zurück – und wenn nicht, soll er halt auf seinem braunen Misthaufen sitzen bleiben. Es geht auch ohne ihn. Für alle anderen – und das sind die weitaus meisten – muss eine vernünftige, tolerante und gerechte Politik gemacht werden. Ich lebe lieber in einem Land, das eine humanitäre Flüchtlingspolitik betreibt, als in einem, das notleidende Menschen an seinen Grenzen verrecken lässt. Und dafür nehme ich auch mit Handkuss eine sogenannte Alternative für Deutschland in Kauf. Noch lieber lebe ich in einem Land, das seinen Bürgern (zusammen mit möglichst vielen Neubürgern) eine gerechte Verteilung des Wohlstands gewährleistet. Da allerdings muss noch viel getan werden. Gelingt dies aber, kämen auch etliche der Dumpfwähler wieder in den Schoß der Demokratie gekrochen – ohne dass man ihnen einen nationalkonservativen Kotau angedeihen lässt. Und wie das alles gehen soll? Erst mal mit einer möglichst starken Opposition aus SPD, Grünen und Linken. Dann sehen wir weiter.
Kommentar aus der Frankfurter Rundschau