Kluge Entscheidung

10/2017

Die SPD hat unter Parteichef Martin Schulz nach dem schockierenden Wahlergebnis das einzig Richtige getan: Anstatt in einer dritten Auflage der Großen Koalition bis zur Unkenntlichkeit Kompromisse einzugehen, wählen sie die Opposition. Freiwillig. Diese schnelle Entscheidung schafft klare Verhältnisse – und macht den Weg frei für einen inhaltlichen und programmatischen Neubeginn. Und genau das braucht die SPD jetzt. Und Martin Schulz will der SPD Selbstvertrauen und Zuversicht zurückgeben. Dafür ist die Oppositionsarbeit geradezu ideal. Denn die SPD ist der weitaus bessere Gegenspieler zur AfD als die Kanzlerinnenpartei, die nebenbei noch CSU-Chef Seehofer bei Laune halten muss. Die SPD kann dann endlich ihr lädiertes Profil schärfen und polieren. Sie kann sich nach allen Seiten hin abgrenzen, übrigens auch zur Linken, die als dritte Kraft in der Opposition ist. Für die SPD ist der Weg der Erneuerung die einzige Chance. Daran sollte sie auch denken, wenn die Jamaika-Gespräche platzen sollten und die Union den Genossen dann neue Avancen macht.
Zum Teil aus der Rhein-Zeitung