Überfällig

11/2017

Bis zum nächsten Frühjahr will Landrätin Bettina Dickes CDU-Kreisvorsitzende bleiben und erst dann auf einem Parteitag ihren Posten an einen Nachfolger abtreten. Das hätte längst geschehen müssen. Gut neun Monate lang wird der Landkreis also von einer hochkarätigen Parteisoldatin regiert, die es bisher schonmal mal an Trennschärfe zwischen neutralem Landratsamt und Parteifunktion vermissen ließ. Der Bundespräsident macht es anders: Ab dem Tag seiner Wahl lässt er seine Parteimitgliedschaft ruhen, um Präsident aller Bürger zu sein. Von ihm könnte die „Bürger-Landrätin“ also lernen, wie parteipolitische Neutralität in einem repräsentativen Amt im Auftrag des Bürgers aussieht. Ein möglicher Nachfolger traut sich übrigens noch nicht, den Kopf herauszustrecken, auch wenn er schon kräftig mit den Hufen scharrt: Michael Cyfka, Verbandsbürgermeister von Langenlonsheim. Doch auch Cyfka hätte dann das Problem, Amt und Parteifunktion unter einen Hut bringen zu müssen, ohne die Neutralität seines Bürgermeister-Amtes zu gefährden. Vielleicht gelingt es der Kreis-CDU bis zum Frühjahr ja doch, eine Lösung zu finden, die Partei und Bürger-Amt deutlich trennt. So eng sollte doch die Personaldecke nicht sein. Sie könnte vom Präsidenten lernen
Kommentar aus der Tageszeitung