„Umfallerpartei“

11/2017

Mit dem abrupten Ausstieg aus den Sondierungsgesprächen hat die FDP wieder einmal bewiesen, dass sie die Attribute „Umfallerpartei“ und „Gurkentruppe“ völlig zu Recht verdient. Verhandlungen zu einer Regierungsbildung können sich – insbesondere bei vier Parteien –über einen längeren Zeitraum hinziehen und verlangen von jedem Partner Kompromissbereitschaft, ein Aufeinanderzugehen und ein Abrücken von Maximalforderungen, wozu die FDP anscheinend von Anfang an nicht bereit war. Wenn sich der eitle Selbstdarsteller Lindner scheinbar zerknirscht vor die Presse stellt, um das Ende der Sondierungsgespräche mit dem nichtssagenden Argument „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“ mitzuteilen, drängt sich der Verdacht auf, dass die FDP niemals die Absicht zu einer konstruktiven Regierungsbildung hatte. Vielmehr scheint sie gezielt den strategisch günstigsten Moment abgewartet zu haben, um sich medienwirksam als Partei mit Prinzipien in Szene zu setzen. Dieser Schuss wird nach hinten losgehen. Sollte es nämlich zu Neuwahlen kommen, wird der Wähler dieses Schmierentheater entsprechend honorieren und die FDP wieder in die Bedeutungslosigkeit schicken. Und das ist auch gut so.
Leserbrief aus der Zeitung