Unlustig

12/2017

Statt sich mit juristischen Spitzfindigkeiten am Begriff „Millionengeschenk“ abzuarbeiten, hätten Kreisverwaltung und Kreistag Demut angestanden. Denn beide haben 2,5 Millionen Euro für das Orgelmuseum in den Sand gesetzt. Und wer nun tönt, das sei alles nicht so schlimm, weil es nicht nur Steuergeld war, sondern die Sparkasse auch gezahlt hat, sollte erinnert werden: Auch diese Bank kann nur mit Geld sponsern, das zuvor von Geschäftskunden und Sparern erwirtschaftet wurde. Jetzt geht das Museum, mit großen Hoffnungen, kostenlos an die Familie Oberlinger, und in deren Händen wird der Bau selbstverständlich wieder einen Wert haben. Etwa auch, wenn Oberlinger in einigen Jahren das Museum – wie zuvor dem Landkreis – zu teuer werden könnte, folglich die kulturelle Bindung aufgehoben und das Museum zur frei ver-käuflichen Immobilie würde. Es bleibt dabei: Das Orgelmuseum steht dafür, wie Politik mit anvertrautem Geld nicht um-gehen sollte. Dass die Kreisverwaltung nun schon seit Jahren unlustig an einer Stiftung für das Museum herumdoktert, zeigt überdies, dass das jährliche Defizit aus dem Museum im Kreishaus all die Zeit nicht wirklich interessierte.
Kommentar aus der AZ