„Verunglimpft“

01/2018

Nach der Wahl war ich der Meinung, dass die SPD wegen ihres schlechten Ergebnisses in die Opposition gehört. Nachdem aber Jamaika aus selbst verschuldeten Gründen gescheitert ist, könnte ich mich langsam wieder mit einer Großen Koalition anfreunden, denn der Staat braucht eine stabile Regierung. Allerdings komme ich in den letzten Tagen immer mehr zu der Überzeugung, dass vonseiten der CDU/CSU unter Duldung von Frau Merkel dies nicht unbedingt gewollt ist. Wie hier die SPD und ihre Führungskräfte verbal angegriffen und verunglimpft werden, bis hin zur schwankenden Kanzlerin, bestärkt mich jetzt in der Auffassung, dass die SPD nicht auch noch aus dem Kakao trinken sollte, durch den sie gezogen wird. Es ist wie immer in der neueren Geschichte: Der SPD wird in infamer Weise unterstellt, dass sie nicht an den Staat denkt. Ihr wird sogar die Regierungsfähigkeit abgesprochen. Dabei hat die SPD immer bewiesen, dass sie da war, wenn sie gebraucht wurde. Und eines sollten die Hardliner dabei nicht vergessen: Auch die SPD hat ihre Prinzipien und tritt genauso für diese ein, wie das andere Parteien tun. Sich dafür auch noch beschimpfen lassen zu müssen, ist undemokratisch und unfair und steht einer gedeihlichen Partnerschaft im Wege.
Leserbrief aus der Lokalzeitung